Allgemeine Geschäftsbedingungen

Die Kontrolle von elektrischen Installationen.

Was wird kontrolliert?

Der Kontrolleur soll mit möglichst einfachen Methodenfeststellen, ob Mängel in einer Liegenschaft vorhanden sind. Werden Mängelentdeckt, müssen diese behoben werden, bevor ein Sicherheitsnachweis ausgestellt werden kann. 

Die Kontrolle hat zwei Schwerpunkte:  

Sichtkontrolle

Mit der Sichtkontrolle sollen unter anderen folgende Punkte sichergestellt werden: 

- Das direkte Berühren von spannungsführenden Teilen ist nicht möglich 

- Es ist das richtige Material für die entsprechende Umgebungsbedingung eingesetzt 

- Kein Material ist defekt oder verändert 

- Die Bedienelemente – vor allem Notschalter, Sicherungen etc. – sind zugänglich 

- Diese Elemente sind dem Zweck entsprechend beschriftet 

- Der Brandschutz ist eingehalten 

- Massnahmen, die für den Betrieb und Unterhalt nötig sind, sind nicht beeinträchtigt 

Messungen 

- Mit der Isolationsmessung soll sichergestellt werden, dass der Strom nur in den richtigen Leitungen fliesst. Für diese Messung muss der Strom unterbrochen werden. Eine einzelne Messung dauert nicht lange, je nach Art und Ort einige Minuten. Ist der Isolationswert schlecht, besteht die Gefahr, dass Strom in Metallkonstruktionen, Metallleitungen etc. fliesst. Dies kann Anlagen (z.B. EDV) stören oder sogar zu Bränden führen. 

- Mit einem speziellen Messgerät lässt sich feststellen, in welcher Zeit und bei welchem Fehlerstrom der FI-Schalter auslöst. Funktioniert der FI-Schalter richtig, kann im Fehlerfall Personen- und Sachschaden vermieden werden. Auch diese Messung unterbricht den Strom. 

- Mit der Messung des möglichen Kurzschlussstromes wird überprüft, ob eine Sicherung im Fehlerfall zur rechten Zeit auslöst. Bei dieser Messung wird der Strom nicht unterbrochen. 

- Die gute Verbindung der Schutzleiter mit dem Erdreich ist die Basis unseres Installationssystems. So kann in einem Fehlerfall der Strom, der über ein Gehäuse zum Schutzleiter nach Erde fliesst, zum raschen Auslösen der Sicherung oder des FI-Schalters führen. Um den Schutzleiter testen zu können, muss also möglichst jede Steckdose (oder ein darin eingestecktes 3-poliges Verlängerungskabel) zugänglich sein.

Was kann der Kundevorbereiten, bevor der Kontrolleur kommt?

- Der Kontrolleur (1) muss Zugang zu allen Räumen mit Installationen haben. Auch zu Garagen, Kellerabteilen und Nebenräumen, ob diese nun selbst genutzt oder fremdvermietet sind. 

- Der Zugang zu den Sicherungsverteilungen und Zählern muss gewährleistet sein. Es gibt während der Kontrolle kurze Stromunterbrüche. Wenn Sie Apparate in Betrieb haben, die bei Stromausfällen Schaden nehmen können, Programmierungen verlieren oder Ähnliches, besprechen Sie dies mit dem Kontrolleur und/oder Lieferanten der Apparate. Computer, Videorecorder etc. sollten vor dem Trennen der Sicherung ausgeschaltet und evtl. vom Netz getrennt werden (gezielt herunterfahren und ausstecken).

- Notstromsysteme können während dieser Zeit natürlich gerade getestet werden. Am besten bringen Sie solche Ideen bei der Terminkoordination ein.

- Alarmmeldestellen soll die Zeit des Stromunterbruchs und der Test gemeldet werden.  

Was geschieht, wenn derKontrolleur keinen Zugang hat oder die Mängel nicht behoben werden?

- Ist es nicht möglich, die mängelfreie Installation festzustellen, kann kein Sicherheitsnachweis erstellt werden. 

- Ohne Sicherheitsnachweis in der vorgesehenen Frist ist das EW verpflichtet, den Eigentümer zu mahnen. Wird dieser Frist nicht Folge geleistet, erfolgt eine Meldung an das eidgenössische Starkstrominspektorat. Von dieser Stelle wird dem Eigentümer eine amtliche Verfügung zugestellt, dies wieder mit einer Frist, um den Sicherheitsnachweis einzureichen. Verstreicht die Frist, kommt es zu einer Verzeigung beim Bundesamt für Energie. Selbstverständlich sind diese Amtshandlungen nicht kostenlos.    

Ist der Kontrolleurhaftbar, wenn während der Kontrolle etwas zerstört wird?  

Wennder Kontrolleur absichtlich oder fahrlässig etwas zerstört ist erselbstverständlich haftpflichtig. Grosse Sorgfalt und fachliches Können müssenvorausgesetzt werden können.  

Infolgenden Fällen ist der Kontrolleur nicht haftpflichtig: 

- Ein Gerät startet nach dem Stromunterbruch nicht mehr oder verliert die Programmierung. 

- Ein Bauteil nimmt während der normalen Bedienung Schaden, z.B. bricht bei einem Schalter ein Teil des Griffes ab. Dies wird als Mangel aufgeführt und durch den Installateur in Stand gesetzt. 

- In einer Sicherungsverteilung reissen Deckplatten oder brechen Schrauben, Kunststoffteile etc. ab. Vor allem bei Elementen, die ausser während der Kontrolle kaum benützt werden, kann dies manchmal geschehen. Dies wird als Mangel aufgeführt und durch den Installateur in Stand gesetzt. 

- Bei Alarmierungssystemen werden Fehlalarme ausgelöst und dadurch erfolgt eine Intervention durch eine Schutzorganisation (Einbruchalarm, Brandalarm etc.).

- Ausfälle und Folgeschäden, die entstehen bei Netzschwankungen aller Art durch Trennen oder Schalten von Betriebsmitteln, z.B. kann das Schalten eines Schutzschalters eine Spannungsspitze verursachen. 

- Ausfälle und Folgeschäden, die durch (bestehende) Wackelkontakte entstehen auch wenn diese durch das Arbeiten in Verteilungen oder nach erfolgter Kontrolle auffallen. Betriebsausfälle und Folgeschäden, die durch Behinderung der Durchgangswege und Ähnliches verursacht werden. 

- Einige Anlageteile oder Räume werden nicht gezeigt, Mängel werden absichtlich versteckt.  

Diese Liste ist nicht abschliessend, sie soll einige Beispiele nennen.  

Auf welche gesetzlicheGrundlage stützt sich die Installationskontrolle?  

Die NIV (2) regelt die Abläufe, Rechte und Pflichten von Eigentümern, EW sowie Personen und Betrieben, die installieren und kontrollieren dürfen.     

Weitere Informationen  

Verzeichnis der Installations- und der Kontrollbewilligung: www.esti.ch 

Sammlung der Gesetze und Verordnungen: www.admin.ch  

Verfasser:          

DS-Controlling GmbH, 8840 Einsiedeln 

Telefon 055 422 38 18  |  www.elektrokontrolleur.ch  |  info@elektrokontrolleur.ch


Stand 01. Juli 2009, Daniel Süss


(1)  Als Kontrolleur wird in diesem Text eine kontrollberechtigte Person im Sinne der Verordnung NIV bezeichnet 

(2)  NIV: Bundesverordnung über die Niederspannungsinstallationen SR 734.27